Correctiv
Kernkritik
Doppelrolle als investigative Redaktion und Faktencheck-Stelle bei gleichzeitiger Stiftungsfinanzierung. Kritisch wird vor allem die intransparente Themenauswahl und die enge Verflechtung mit staatsnahen Mittelgebern gesehen.
Hintergrund
Correctiv wurde 2014 als gemeinnütziges Recherche-Zentrum gegründet und beschreibt sich selbst als erste explizit non-profit organisierte Investigativ-Redaktion Deutschlands. Neben klassischer investigativer Berichterstattung betreibt das Haus eine Faktencheck-Sparte, die für Meta deutschsprachige Inhalte prüft, sowie die „Reporterfabrik”, einen Aus- und Weiterbildungsarm.
In Der Wahrheitskomplex erfolgt der Zugriff auf Correctiv nicht über die einzelnen Recherchen, sondern über die Struktur: Wer eine Stelle für „richtige” Fakten finanziert — Stiftungen mit klaren politischen Programmen, ergänzt durch Mittel staatsnaher Geber — bekommt eine Auswahl, die diesen Programmen nicht zufällig entspricht. Die Qualität einzelner Recherchen, die hier nicht in Frage gestellt wird, schließt diese Struktur-Kritik nicht aus, sondern macht sie erst interessant.
Die Doppelrolle — eigene Recherchen veröffentlichen und die Recherchen anderer als Faktencheck einordnen — verstärkt die Frage, wer hier die Maßstäbe setzt und wer die Maßstabsetzer kontrolliert.
Auf wiederholte Anfrage verweist Correctiv auf öffentlich einsehbare Geschäftsberichte und die Methodik-Seiten des Faktencheck-Bereichs.
- Norbert Häring — Correctiv (Spinnen im Netz) — norberthaering.de
- Der Wahrheitskomplex (Kapitel 2) — Westend Verlag, 2026
- Liber-Net — Profil Deutschland — Liber-Net